Fotos: Dorothea, Text: Michael

Einleitung:

Eigentlich wollten wir im Juni 2020 für ein Jahr oder mehr überland nach Asien und zurück reisen. Im Dezember 2019 haten wir bereits das Zugsbillett nach Berlin gekauft und die Planung der Reise mit der Transsib nach Peking stand kurz vor dem Abschluss. Die Stellen waren auch bereits per 31. Mai 2020 gekündigt. Aufgrund der Massnahmen zur Eindämmung des Covid-19 war jedoch nicht an eine Reise zu denken. Wir nutzten die Zeit um in den Bergen zu sein und an unserem Haus weiter zu Bauen und entdeckten Orte in nächster Nähe die auch im Himalaya sein konnten. Wir merkten aber, dass es uns trotzt der Schönheit des Lebens in den Bergen, auf eine Reise zog.

Unser Traum im Sommer 2021 war, den Winter im Süden, am besten in Marokko zu verbringen. Ein Ziel der Reise ist, nach den intensiven handwerklichen Monaten in den Bergen einen Ort zu finden, wo wir einige Zeit zur Ruhe kommen können, einfach mal am Strand zu liegen und die Sonne zu geniessen oder in einer hübschen Ferienwohnung den Tag verstreichen zu lassen. Dazu kommt natürlich auch der Wunsch, neue Orte und Landschaften kennen zu lernen. Vielleicht gibt es ja den einen Ort, der uns alles vergessen lässt und wir uns ein Winterquartier einrichten können. Weiter würden wir auch gerne Gemeinschaften kennenlernen und sehen, ob es zu einem Austausch kommen könnte.

Im Sommer hatten wir auch bereits einen Unterschlupf in Fes, wo wir uns in ein gemachtes Bett legen könnten. Da aber bereits im Oktober keine Überfahrt von Spanien nach Marokko mehr möglich war und die Bewegungsfreiheiten im Marokko selbst durch den covid wieder stark eingeschränkt wurden, entschieden wir uns für Portugal. Da dann aber auch die Bestimmungen in Portugal enger wurde und in Spanien hingegen einen relativ lockeren Umgang mit Omikron zeigte, entschieden wir uns, vorerst nach Spanien zu fahren. Da das alte Auto am Rande des Zusammenbruchs war, kauften wir für die Reise einen kleinen Peugeot Expert. Ende November baute ich noch schnell einen Boden ein, damit es sich notfalls darin auch schlafen lies und wir während der Reise möglichst flexibel sind. Vor der Reise entschied sich Dodo, noch eine Johnson & Johnson Impfung zu machen. Nach dem Jahr an dem Berg, war ich hingegen noch nicht so weit. So konnte ich dafür Dodo während ihrer Reaktionen auf die Impfung pflegen. Hoffen wir nun, dass die aufgrund der Impffrage dahergeredete Spaltung der Gesellschaft, nicht auch in unsere Beziehung Einzug hält und wir unsere Reise geniessen können.

Reisebericht ab Dezember 2021:

Abfahre, Züri 50

Nach dem wir uns beide für den Grenzübertritt noch in Zürich testen liessen, starteten wir bei Regen und Kälte am späten Nachmittag des 4. Dezember. Wir gelangten bis nach Vienne bei Lyon. Mit dem Covid-Test für den Grenzübertritt hatten wir auch Zugang zu Restaurants. So leisteten wir uns zur Feier, dass es uns endlich gelang auf Reisen zu gehen, 6 Austern und einen guten Wein. Dafür, gegen unsere Natur, haben wir in einem Ibis-Budget Hotel übernachtet, das etwas teurere Hotel im Ort war eher eine Junkie-Absteige.

Am nächsten Tag fuhren wir in rasantem Tempo auf der Autobahn weiter, um möglichst schnell dem Regenwetter zu entfliehen. Doch schon bald drosselte ich das Tempo, denn auf einmal erschien auf einer dieser Schriftbalken über der Autobahn unsere Autonummer mit dem Hinweis, dass wir unser Tempo drosseln sollten. Das habe ich noch nie erlebt, aber Danke für die Aufmerksamkeit. Vor Perpignan klärte das Wetter auf und wir entschlossen uns, die Küstenstrasse über Cerbère/Portbou zu nehmen. Wunderschön und endlich das Meer.

Platja de Garvet

Ein Zoll beim Grenzübergang, wo ich mein Zertifikat hätte zeigen können, gab es jedoch nicht. Kurz nach dem Eindunkeln erreichten wir am 05. Dezember L’Escala in Spanien. Wir fanden eine günstig und nette Pension. Das Nachtessen in einer Art Bar mit Restaurant war sehr delikat, die Portionen jedoch eher „schmürzelig“. Dafür spendierte uns der Barmann zum Abschluss eine kleine Kostprobe seiner Künste. Ein hervorragender Drink, mit einem leicht an Medizin erinnernden Geschmack. Am Nächsten Morgen erwachte ich ab dem Geräusch von der sich übergebenden Dodo. Zuerst dachte ich, ich träume, aber ein Blick in das Badezimmer überzeugte mich, dass es Dodo wirklich ganz übel geht. Und alles roch nach dem Trink. Als sich ihr Magen etwas beruhigte, versuchten wir doch noch am Gelage des Morgenbuffets teilzunehmen. Aber nein, die Übung musste abgebrochen werden und es gelang uns gerade noch das Treppenhaus der Pension zu erreichen. Glücklicherweise stand dort ein Kübel. Die Pensionsbesitzerin war auch hilfreich und die vorbeigehenden Gäste machten kein grosses Aufheben. Wir beschlossen einen Tag länger in dem hübschen Ort zu bleiben. Wir rätselten aber, ob es eine Nachwirkung der Impfung, des Drink’s oder der Fisch gewesen war. Ein Telefonat nach Zürich gab Klarheit. Es sei aktuell eine Magen-Darm Grippe im Umlauf. Beruhigend! Und auch mir stiess es am folgenden Morgen etwas auf. Ach dieser Drink! Da es Dodo wieder besser ging und es mich nicht allzu stark erwischte, entschieden wir uns am 7. Dezember, weiterzufahren. Nach ca. 2h machten wir auf einer Raststätte einen kurzen Stopp. Diese war ziemlich heruntergekommen und wir waren froh, wieder weiterzufahren. Als ich frohgemut auf das Gaspedal drückte und einen Lastwagen überholte, hörte ich ein seltsames Geräusch. Ab auf den Pannenstreifen und glücklicherweise kam gleich eine Ausfahrt die wir noch im Schritttempo erreichten. Der Pneu war hinüber. Noch während Dodo das Pannendreieck aufstellte, kam ein hilfsbereiter Mann und bot seine Hilfe an. Er fuchtelte wie wild mit den Armen und sagte, er habe ein riesengrosses Metallstück auf der Autobahn gesehen. Wir lehnten die Hilfe dankend ab, da er uns doch etwas unruhig schien. Zum Glück haben wir vor 25 Jahren bei dem gemeinsamen Auto mit einem Kollegen die Winterräder jeweils eigenhändig ausgetauscht, so war der Radwechsel ein Kinderspiel. Und da wurde auch der schicksalhafte Nagel ersichtlich. Dass der da so reinkommt?

Die Tauglichkeit des Reserverades wollten wir aber lieber überprüfen lassen und wir erkundigten uns bei einer nahen Tankstelle, wo es eine geeignete Garage gibt. Da merkte Dodo, dass ihr Blazer fehlt. Ach Dodo! Oh, aber mir fehlt ja auch die teure Winterjacke mit dem Daunenflies! Oh je, der liebe Helfer hatte einen unbemerkten Kollegen!!! Zum Glück hat er die Tasche von Dodo und mein Telefon nicht mitgenommen. Offenbar hat ihn das Piepsen beim Öffnen der Türe erschreckt. Ufff. Die Pneu-Garage fanden wir danach schnell. Der Garagist meint, dass das Reserverad bestens sei und er einen exakt gleichen Pneu als Ersatz nicht habe. Er ersetzte den kaputten Pneu jedoch mit einem nicht ganz so guten Occasion-Sommerpneu, damit wir wenigstens wieder ein Reserverad haben. Wir staunten, dass das ganze nur gerade 25 Euro kostete.
Nach der ganzen Aufregung entschlossen wir uns, in der nächsten Küstenstadt zu übernachten und wir erreichten am 07. Dezember Peniscola im Bezirk von Valencia. Peniscola ist ein hübsches kleines Städtchen auf einer Halbinsel. Davor und danach der Küste entlang dominieren jedoch hässliche Hotelburgen. Ganz übel. Wir waren daher sehr froh, dass wir in dem Städtchen in einem hübsch restaurierten Haus, eine kleine Pension fanden mit einem wunderschönen Zimmer. Obwohl der Ort sehr touristisch ist, konnten wir ein hervorragendes Nachtessen geniessen. Auch waren wir froh, das im Bezirk von Valencia in den kleineren Restaurants mit unter 50 Plätzen kein COVID-Zertifikat benötigt wurde. Toll war auch der Weihnachtsmarkt, auch wenn die Auswahl nicht gross von den Angeboten in der Schweiz abwich.

Impressionen zu Peniscola

Am nächsten Tag reisten wir weiter nach Alicante. Wir buchten über Booking.com ein Zimmer in einer Wohnung. Nun standen wir vor der Wohnung und läuteten an der Klingel. Niemand öffnete. Da war auch ein Schlüsselkästchen mit einem Zahlencode. Den hatten wir aber nicht. Da standen wir nun. Wir gingen wieder hinaus, schauten uns ein wenig die Stadt an, assen Tapas und hofften, dass ein Mail mit dem Code kommt. Doch ausser der Buchungsbestätigung kam kein Mail. Zurück bei der Wohnungstür versuchten wir alle Zahlen die irgendwie auf dem Mail vermerkt waren aus.
Kein Erfolg.
So standen wir vor der Tür und überlegten, ob wir nun einfach in ein Hotel mit einem Portier gehen und die 20 Euro für das Zimmer abschreiben sollten. Wir packten unseren Rucksack, und da ging die Tür auf. Ein Frau kam heraus, musterte uns misstrauisch und wollte sich an uns vorbeidrängen. Wir insistierten mit all unserem Charme. So erklärte sie uns, dass sie selbst nur ein Gast sei, nahm sich dann zum Glück die Zeit, uns zu erklären wie das Ganze funktioniert. Und o Wunder der Code wurde im App mit einer Nachricht übermittelt. Besser wäre es aber wohl schon gewesen, wenn wir uns ein Hotelzimmer geleistet hätten. Auch wenn der Aufenthaltsraum und das Gemeinschaftsbad so noch halb annehmbar waren, war das Zimmer eher eine Abstellkammer mit dünnen Trennwänden. Das schwere Atmen des Nachbars war in der Nacht gut zu hören, das Fenster öffnete sich auf einen Schacht und das Zimmer war ungeheizt. Zum Glück hatten wir die Schlafsäcke dabei. Alicante selber schien uns in den 90er stehen geblieben und auf Sommertouristen ausgelegt zu sein. Die Restaurants rochen nach Abzocke. irgendwie fand ich die Stadt auch etwas düster. Die Paella war dann aber doch noch gut und am Morgen fanden wir eine kleines Lokal, wo wir feine Crêpes erhielten. Dennoch fanden wir keinen Grund, in Alicante zu bleiben und fuhren am 09. Dezember weiter nach Murcia.
Dort fanden wir ein günstiges Hotel mit angenehm geheiztem Zimmer und einem sehr schönen Badezimmer. Endlich konnten wir uns einfach hinlegen und entspannen. Die Stadt gefiel uns sehr. Es gab zwar keine eigentlich Altstadt, die wurde im Bürgerkrieg grössten Teils zerstört, es hatte dennoch Gassen und hin und wieder ein altes Gebäude. Wir empfanden die Stadt sehr angenehm ruhig, in einer gewissen Weise unaufgeregt und entschlossen uns, einige Tage zu bleiben. Ich hatte endlich Zeit mit der Versicherungen zu telefonieren. Wir erhielten für den Verlust der Jacken eine grosszügige Entschädigung und konnten uns auf Shoppingtour begeben. Wir fanden einige gute und auch einfache Restaurants, wo wir schlemmen konnten.

Eindrücke zu Murcia

Nach fünf Tagen zog es uns weiter. Nach diesen entspannenden Tagen wollten wir nun ausprobieren, ob unser zum Camper aufgerüstetes Auto, auch etwas taugt. Es war uns bewusst, dass es am Morgen in der Höhe des Naturschutzgebietes der Sierra Espuna auch kühl werden kann. Am 14. Dezember beim Campingplatz angekommen, merkten wir, dass diese Einrichtungen doch nicht ganz unserer Natur entsprechen. Wir fanden dennoch ein hübsches Plätzchen und waren um die sanitären Einrichtungen froh.

Kleinstwohnwagen im Test


Als wir den Wagen gestellt, die Betten eingerichtet und die Vorhänge montiert hatten, machten wir eine Runde durch das Dorf. Wir stellten fest, dass kein Restaurant offen hat und die Bar auf dem Camping wirkte auch nicht so einladend. So warteten wir, bis der einzige Laden im Ort um 17.00 öffnete und kauften uns die Zutaten für Tomatenspaghetti ein. Das hatten wir so richtig vermisst. Mit dem Sonnenuntergang wurde es merklich kühler. Wir platzierten den Herd im Auto. Nach dem Kochen schlossen wir die Türen und heizten mit dem Kocher das Auto. So konnten wir in der Wärme essen. Toll. Die Nacht war aber schon sehr kühl, auch war ich es nicht mehr gewohnt im Schlafsack zu schlafen. Ach, immer ist alles verdreht und an der Aussenwand des Autos zog es sehr. In der nächsten Nacht habe ich das verbessert und es wurde fast angenehm. Es bestehen aber noch einige Optimierungsmöglichkeiten beim Einrichten des Autos. Am Tag machten wir einen Spaziergang durch den  Naturschutzpark. Besonders das Ende des Rundgangs durch ein verschlungenes Tal war wunderschön. Wir begegneten dort auch einem Rudel Iberiensteinböcke. Der Rundgang dauerte überraschende 3,5h. Wir dachten, dass wir bei einer Zeitangabe von 3h höchstens 2.5 h benötigen. Auch wenn der Weg trotz Beschreibung nicht immer einfach zu finden war, müssen wir doch unsere Schweizer Überheblichkeit diesbezüglich etwas korrigieren.

Rundgang durch die Sierra Espuna

Am zweiten Morgen war es bedeckt und kalt. Wir fuhren am 16. Dezember weiter nach Caravaca de la Cruz. Ich war sehr gespannt auf die Stadt, heisst es doch, dass diese früher eine Hochburg der Tempelritter war und sich dort ein ganz besonderes Relikt befindet, durch dessen Geschichte die Stadt wie Jerusalem als heilig gilt.
Dazu kommt, dass ich gerade ein  Buch von Umberto Eco las, in dem die Templer eine grosse Rolle einnehmen. Empfangen wurden wir in der Wohnung, die wir für die paar Tage gemietet hatten, mit einem süssen Küchlein. Die Räume waren grosszügig und hoch, aber leider etwas gar rustikal verputzt. Schade und die Betten waren nur etwa 1.85 lang. Dies beeinträchtigte den Schlafkomfort doch stark. Auch war die Wohnung noch sehr kühl und die Radiatoren zu Beginn nur mässig warm. Die empfunden Kühle wurde noch durch das kalte Licht der Deckenlampe verstärkt. Dafür gab es ein wunderschönes Cheminée, an dem wir uns aufwärmen konnten. Nach ca. 2 Tagen mit vielem Feuern im Cheminée, wurde es dann doch angenehm warm. Die Altstadt von Caravaca erwies sich als sehr ruhig, schon fast ausgestorben. Bei unseren abendlichen Streifzügen sahen wir kaum Menschen in den Gassen und wenig Lichter in den Fenstern. Nur durch die zentrale Gasse, an der wir wohnten, schlenderten hin und wieder einzelne Menschen. Wo sind nur die Bewohner? Zum Glück gab es aber zwei gute Restaurants, die wir auch ohne Zertifikat besuchen konnten. Auch an dieser Gasse gab es eine Kirche mit einem Krippenspiel, das fast die ganzen Kirche ausfüllte. Bereits in Murcia haben wir ein solches bestaunt. Doch dies hier war mit seinen zum Teil beweglichen Figuren und seiner Vielfalt an Szenen, schon eindrücklich. Ob dieses jedes Jahr neu gestaltet wird?

Krippe


Nach dieser Besichtigung wollten wir aber nun das Heiligtum der Stadt, das Reliquiar für den Splitter und den Splitter des Kreuzes von Jesus selbst besichtigen. Anzumerken ist, dass das ursprüngliche Relikt entwendet wurde und der Vatikan grosszügig ein Ersatz leistete. Im Museum wurden wir als einzige Gäste herzlich empfangen. Es wurde uns neben der Ausstellung, ein Film über die Geschichte des Kreuzes von Caravaca gezeigt. Da der Film auf Englisch war, haben wir leider den Inhalt nicht ganz verstanden. Um so gespannter waren wir auf die Kirche und die Krypta. Die Krypta wurde für uns extra ausserhalb der Öffnungszeiten geöffnet, damit wir das Relikt sehen können. Die Kirche ist sehr schlicht und ohne grossen Pomp gehalten. Sie strahlte ein ruhige Atmosphäre aus. In der schlichten Krypta stand in einer Nische das Reliquiar. Es glänzt und funkelte durch das viele Gold und die auserlesenen Edelsteine. Das Relikt selber, den Splitter des Kreuzes, konnte ich jedoch nicht sehen. Bei der Betrachtung empfand ich etwas Bedrückendes und musste meinen Atem regulieren. Es ist schon speziell, wenn man ein Behältnis betrachtet und nicht weiss ob hier nun tatsächlich einen Teil von etwas aufgehoben wird, dass die Geschichte in solchem Masse prägte. Es kommt wohl auf die Stärke der Zuschreibung an, die ihm gegeben wird. Im Anschluss musste ich an die Büxe der Pandora, aber auch an das Gedankenexperiment der Schrödinger Katze denken.
Dank der Museumswärterin wussten wir, dass es um 20.00 auf dem Hauptplatz der Altstadt ein kleines Feuerwerk geben wird. Trotz ihrer Absurdität liebe ich Feuerwerke. So fanden wir uns dort zeitig ein und freuten uns ein solch belebten Platz zu sehen. Nach geduldigem Warten fing das Spektakel an. Die Effekte des Feuerwerks wurden durch Musik, eine Lichtshow mit Lasern, Rauchmaschinen, die auch Schneeflocken produzierten und Feuerwerfern verstärkt. Obwohl der Kitsch des ganzen kaum zu überbieten war, und ich solch Kitsch eigentlich nicht mag, muss ich eingestehen, dass es Momente gab, bei denen ich gerührt war und Stimmungslagen von weihnächtlichen Gefühlen bis  zum ausgelassenen Neujahrsfest empfand.


Der längere Aufenthalt gab Dodo auch die Zeit eine Zahnärztin aufzusuchen. Ihre seit ca. 2 Wochen anhaltende Zahnschmerzen hatten sich verstärkt und das Zahnfleisch war nun auch stark angeschwollen. Die Untersuchung mit Röntgenbilder, die glücklicherweise nur 12 Euro kostete, zeigte, dass die vor Jahren behandelt Wurzel stark entzündet war. Es musste eine Antibiotika Behandlung durchgeführt werden. Auch bei mir meldeten sich seit einiger Zeit die Ohren, die sich in den letzten Jahren oft entzündeten.

Caravaca de la Cruz

Nach den 4 Tagen in Caravaca fuhren wir am 20. Dezember weiter in das Naturschutzgebiet Cabo de Gata, wo wir in Hortichuelas bereits im Voraus ein kleines Ferienhaus mit Küche, zwei Zimmern und einer Dachterrasse für einen Monat mieteten. Wir hatten ein sehr grosses Bedürfnis, nun endlich an einem Ort zu sein, wo wir nichts müssen und einfach sein können. Einen Ort wo wir ausspannen, uns pflegen, die Natur, das Meer und unser Essen geniessen können.

Cabo de Gata
Papierkarten zu finden ist gar nicht so einfach und die Touristeninformation ist auch zu


Wir wurden freundlich empfangen und erhielten auch ein paar Tips über die Umgebung. Das Haus war aber kleiner als gedacht,  die Wohnküche im Parterre etwas eng und düster und das Zimmer dahinter hatte gar kein Fenster. Das obere kleine Zimmer, mit der Tür zur Terrasse, war hell und freundlich. Die Terrasse war jedoch gegen Nord-Osten ausgerichtet, so war sie leider nie voll besonnt. Die Landschaft rund herum ist jedoch spektakulär und der Ort wenig touristisch. Wir dachten, dass es sich hier schon einen Monat leben lässt. Darüber, ob es uns aber tatsächlich gelingen wird, waren wir nach der ersten Nacht nicht mehr so sicher, denn wir stellten fest, dass das stark lackiert Holz durch die Feuchtigkeit die sich in der Nacht entwickelte, einen leicht muffigen Geruch von sich gab und dass der Nachbar nachts von starken Hustenanfällen geplagt wurde.
Da wir uns im Häuschen in Hortichuelas etwas eingeengt fühlten, unternahmen wir viele Spaziergänge. Dabei entdeckten wir dank der Satellitenansicht von Googlemaps wunderschöne Wege durch die Teils von Vulkanausbrüchen gebildeten Hügel und Ramblas der Umgebung. Dass Ramblas nicht breite, mit Läden flankierte Strassen wie in Barcelona, sondern trockene Flussbetten sind, habe ich dabei auch noch erfahren. Die Hügel und deren Gestein lassen noch immer die früheren Lavaströme erahnen. Und da die Bilder von Las Palmas sehr präsent waren, erkannte ich die Wucht die solch ein Lavastrom haben kann und empfinde es neben der ganzen Schönheit zeitweise auch immer wieder etwas unheimlich, in dieser Landschaft zu spazieren. Eigentlich hatten wir eine wüstenähnliche Landschaft erwartet, aber jetzt im Winter, wo es doch auch zu einzelnen Regentage kommt, sind viele Pflanzen am Blühen und Gräser wachsen aus dem sonst trockenen Boden.

Las Hortichuelas und Umgebung

In Rodalquilar, dem nächsten Dorf, entdeckten wir ein Restaurant mit einer gemütlichen Atmosphäre und sehr feinen Tapas. Im Gespräch mit der Serviererin erfuhren wir jedoch auch, dass in Andalusien nun auch die 3G Doktrin gilt. Wir witzelten darüber, dass wir nun bei dem geplanten und bereits im Nachbarrestaurant reservierten Weihnachtsessen ich draussen bei Wind und Regen und Dodo drinnen bei dem Feuer an der Wärme das Essen geniessen können. Damit es nicht soweit kommt, fuhr ich am 24.12. nach Almeria um dort den nötigen Test durchzuführen. Danach besuchte ich den Markt um für unser Weihnachtsessen einzukaufen. Vor lauter Begeisterung füllte ich Sack um Sack mit Spezialitäten. Besonders lecker waren dabei die Oliven und die in Salzlauge eingelegte Sardinen, deren Geschmack und Konsistenz an Majestic-Heringe erinnert, nur dass sie noch etwas feiner und eleganter schmecken. Um mich von der Hektik des Einkaufens zu beruhigen, schlenderte ich anschliessend durch die Strassen und Gassen von Almeria, fand einen schönen Sonnenplatz und genoss die angebotenen Tapas. Es tat gut den Tag für mich zu haben, denn im Restaurant in Rodalquilar genossen wir am Vortag nicht nur das gute Essen und witzelten über unsere Situation als geimpfte und ungeimpfter, sondern gerieten auch in eine spannende Diskussion. Dodo merkte, dass es sie verletzte, wenn ich zum Essen ein Bier mit Alkohol trinke, wo ihr doch dies aufgrund der nötigen Antibiotika um die Entzündung bei dem Zahn zu lindern, nicht möglich war. Die diskutierte Frage, ob ich mich solidarisch zu ihrer gesundheitlichen Situation verhalten und auf den Konsum von Alkohol zu verzichten soll, zeigte auch einzelne Parallelen zu der Impffrage auf, nur eben auf Beziehungsebene.
Zurück in Hortichuelas zauberte Dodo mit den Einkäufen ein wunderbares Dattelhuhn für das Weihnachtsessen und wir konnten dazu nun auch wieder einen guten Wein aus der Region geniessen. Das Essen am folgenden Abend in Rodalquillar war dann auch sehr entspannt und einzigartig. Als Hauptgang genossen wir einen Pulpo an einer Sauce aus weisser Schokolade. Göttlich!!

Winterlicher Blütenzauber in Trockengebiete

Vielleicht weil wir uns im Häuschen in Hortichuelas nicht so wohl fühlten, aber vor allem da uns das Naturschutzgebiet des Gabo de Cata, seine Strände und die umliegende Landschaft sehr gefällt, verfielen wir der Sucht, im Internet nach schönen Häusern zum kaufen zu suchen. Neben der Zeit, die diese Suche uns stiehlt, ergibt sich aber auch der Vorteil, dass wir in Regionen fuhren, die wir ansonsten vielleicht nicht besucht hätten. Auf diesen Fahrten durch das Hinterland von Nijar, der Sierra Alhamilla, entdeckten wir wunderschöne Täler und Ortschaften. Besonders gefallen hat uns Lucainena de las Torres. Dort hätte es auch ein schönes, altes und bezahlbares Haus zu renovieren, nur steht es am Nachmittag im Schatten des Berges der dahinter aufragt. Im Sommer sicher ein Vorteil, aber im Winter nicht das Gewünschte. Schade. Viele Häuser fanden wir nicht, da deren Ortsangaben zum Schutz vor Besetzungen meist ungenau sind. Die Suche nach einem schönen Haus hielt uns jedoch auch davon ab, uns zu entspannen und auf die Suche nach uns selbst zu begeben. Doch mindestens auf den schmalen Bergstrassen an den steilen Hängen, die teils nur Schotterpisten waren, wurde ich mit meinem ängstlichen Ich konfrontiert. Unglaublich, ich fuhr manchmal im Schritttempo und die Knie zitterten und es beschlich mich die Angst, die Beherrschung über das Auto zu verlieren. Zum Glück hatte Dodo immer Vertrauen in meine Fahrkünste und es ergaben sich auch wunderschöne, atemberaubende aber eben «gfürchige» Blicke in die tiefe Ebene. 

Fahrten durch das Hinterland

Anfangs Januar fand Dodo dank Airbnb eine hübsche Unterkunft in Rodalquilar. Eigentlich war sie zu teuer, Dodo konnte sie aber auf einen für uns tragbaren Preis runterhandeln und übernahm die Mehrkosten mit dem Luxuskonto, um unser Budget nicht zu sprengen. Auch erhielten wir einen Teil der Zahlung für das Häuschen in Hortichuelas zurückbezahlt, so konnten wir frohgemut am 08. Januar 2022 nach Rodalquilar umziehen.

Von Rodalquliar aus wanderten wir durch das Gebiet dahinter mit den Goldminen und fragten uns aber dabei, ob durch die frühere Goldgewinnung nicht noch giftige Substanzen in der Natur zurückgeblieben sind. Für die Goldgewinnung wurde ja oft Quecksilber oder eine Zyanidlauge verwendet. Wir erinnern uns an das Unglück in Rumänien. Spannend blieb es dennoch die Minen und die abgetragenen Berge zu sehen. Ein Nuget haben wir aber nicht gefunden.

Goldrausch

Insgesamt gibt es aber von Rodalquilar aus weniger spannende Wege ans Meer. Da die Wohnung aber grosszügig und angenehm ist, können wir jetzt auch mal einen Tag in Ruhe verbringen und so richtig «Hängen», viel lesen oder etwas Zeichnen. Dodo hat ihren Gnom und ein schönes Chamäleon, dass sie als Signet auf einem Strassenschachtdeckel fand, gezeichnet. Auch mir gelang es nach langer Zeit wieder einmal eine Fantasiefigur zu zeichnen. Mit der Ruhe, die wir nun empfinden, rückt auch das Verlangen ein schönes Domizil in Spanien zu finden, in den Hintergrund. 

Wir fanden heraus, dass die Tochter einer früheren Nachbarin, die wir sehr gern hatten und die im 2020 gestorben ist, auch in der Gegend unterwegs ist. Wir trafen uns in Almeria. Es war die erste Begegnung seit ca. 20 Jahren. So waren wir sehr gespannt und wussten nicht, ob wir uns überhabt erkennen werden. Dies war jedoch kein Problem. Es war bewegend und sehr schön sie und ihren Freund zu treffen, über unseres seither vergangene Leben zu berichten und die unterschiedlichen Reiseerfahrungen auszutauschen. Da sie im Camper über Heizung, Küche und Toilette verfügen, sind sie nicht auf Campingplätze angewiesen und können gut auf halblegalen Standplätzen übernachten. So haben sie viel Kontakt zu anderen Reisenden. Dies fehlt uns ein wenig. Doch war es auch unser Ziel, zuerst Ruhe für uns zu finden und erst später uns mit anderen Menschen und/oder Gemeinschaften auseinander zu setzen und so allenfalls einen Austausch entstehen zu lassen. Einen tollen Austausch mit einer  Gemeinschaft in Spanien oder Portugal wäre eventuell auch besser, als ein eigenes „ego“ Ferienhaus.

Almeria

Einen kleinen Austausch hatten wir, als wir an die Cale die San Pedro wanderten. Dodo wollte mir den Ort schon lange zeigen und ich war nach all den Geschichten sehr gespannt darauf. Wir trafen dort Franco, einen Deutschen der schon über 30 Jahre dort wohnt, ein Haus für sich schlicht renoviert hat und nun ein kleines Café betreibt. Er meinte, dass er einen früheren Kollegen von uns kannte. Zizi! Wegen Zizi wurden wir vor 30 Jahren von einem Fahnder, der ohne sich anzumelden in unser Haus eindrang, unsanft geweckt. Damit das nicht wieder geschieht, hatten wir uns damals entschlossen, die Haustüre in der Nacht abzuschliessen. Auch wenn nicht ganz sicher war, ob Franco nun Zizi wirklich kannte und auch unsere Erinnerungen an Zizi verblasst sind, war es spannend mit ihm über das Weltgeschehen zu plaudern, wobei seine Intensität uns manchmal an unseren Nachbarn im Tessin erinnerte.

Ende Januar wurde das Wetter wieder etwas wärmer und so besuchten wir noch weitere Strände um uns von der Sonne verwöhnen zu lassen. Auch kamen noch einige Spaziergänge und Ausflüge in die Umgebung dazu. So besuchten wir auch die Schauplätze der Westernfilme von Sergio Leone im Cabo de Gata.

Die Nähe zum Meer geniessen

Jetzt geniesse ich es am Laptop zu sitzen, zu schreiben und in das flackernde Feuer im Chemineeofen zu schauen und die letzten Tage in Rodalquilar zu geniessen. Wohin es uns nach dem Aufenthalt hier in Rodalquilar zieht, wissen wir noch nicht.

Wohnen in Rodalquilar

2ter Teil: Vom Cabo de Gata bis Tavira

Granada

Nach 6 Wochen im Cabo de Gata freuten wir uns am 08.02.2022 weiter nach Granada zu fahren. Wir wählten den Weg, der hinter der Sierra Nevada durchführt um einen Eindruck der dortigen Landschaft zu erhalten. Bis kurz vor Granada fuhren wir durch ein weites eher karges Tal. Wieder hatten wir den Eindruck, dass hier in Spanien einfach alles um Dimensionen grösser und weiter ist. Erst nach Guadix vor Granada wurde es hügelig und abwechslungsreich. Wir entschlossen uns, einen kurzen Abstecher in den Naturpark der Sierra de Huetor zu machen. Wir landeten an einem mit Parkzentrum gut ausgebauten Aussichtspunkt, von wo diverse Wanderwege abgingen. Für eine Wanderung blieb uns keine Zeit, aber wir genossen unser Pick-Nick unter Föhren mit Aussicht auf die verschneiten Berge der Sierra Nevada. Die Ankunft in Granada gestaltete sich etwas schwierig. Zuerst lotste uns Google in die Gassen des Albacin. Unmöglich, wir kehrten um und umfuhren die Altstadt und gelangten so in die Nähe unseres Appartements, dass sich an der  Calle Elvira befand. Dort sahen wir eine Tiefgarage, in der wir für nur 8.90 Euro anstelle der für unser Budget doch happigen 24.00 Euro pro Tag parkieren könnten. Es stellte sich aber heraus, dass dies nur in Anwendung mit einer App funktioniert. Gemäss App sollte unser Kontrollschild bei der Einfahrt erkannt und sich die Barriere automatisch öffnen. Wir installierten die App, ich verliess die Garage wieder, aber bei der erneuten Einfahrt funktionierte es nicht, auch merkte ich, dass dieser Teil der Garage nicht mit dem Teil der Garage zusammenhing, in dem Dodo mit der gespeicherten App wartete. Also fuhr ich durch die steile und enge Einfahrt rückwärts wieder hinaus und  musste einen riesen Umweg durch die Stadt machen um wieder bei der zu richtigen Einfahrt zu gelangen. Doch die App funktionierte noch immer nicht. Personal in der Garage gab es nicht und bei der Gegengesprächsanlage wurden wir aufgefordert einfach ein Ticket zu nehmen. Inzwischen warteten mehrere Autos bei der Einfahrt. Stress. Nun gut, wir nahmen das Ticket, zahlten und versuchten es, nach dem wir die Applikationen der App kontrolliert hatten, noch einmal. Es funktionierte noch immer nicht. Mit den Nerven am Ende nahmen wir das Ticket und hofften, dass es eine Lösung geben wird, um doch in den Genuss der versprochenen Vergünstigung zu kommen. Die Strasse in der das Appartement sein sollte, sah zunächst ziemlich Düster aus und die Hausnummern waren kaum zu erkennen. Das Haus das wir zunächst identifizierten war zu Verkaufen und stand leer. Auch das noch. Dann sahen wir daneben jedoch den Eingang mit dem Schlüsselkasten. Der Zahlencode funktionierte auf anhieb und wir begaben uns in den 3. Stock. Das Appartement war sehr klein und schnell nahmen wir den intensiven Duft eines Raumsprays und dahinter nahmen wir dazu einen noch undefinierbaren Geruch wahr. Auch war das Appartement noch kühl. Wir hatten aber schon Schlimmeres in Italien erlebt und konnten uns dennoch ein wenig entspannen. Abends schlenderten wir den Hügel des Albacin hinauf, entdeckten auf der Placeta de San Miguel Bajo eine angenehme Tapas-Bar und begannen unseren Aufenthalt in Granada zu geniessen. Danach gingen wir weiter und hatten vom Mirador de San Nicolas einen wunderschönen Blick auf die Alhambra und die Berge der Sierra Nevada deren Schneegipfel im Abendrot strahlten.

Am nächsten Tag besuchten wir die Alhambra und waren angenehm überrascht über die  verhältnismässig geringe Besucherzahl, die es uns erlaubte, das Bauwerk in vollen Zügen zu geniessen. Zurück im Appartement stellten wir fest, dass nun der Geruchs des Raumsprays dank des intensiven Lüftens fast verflogen war, dafür der dahinterliegende Geruch um so intensiver wurde und wohl vom Siphon des Abwaschtroges kam. Dodo nahm sich des Problems an und reinigte diesen. Doch es zeigte sich, dass auch die Anschlüsse nicht gut montiert waren und so der Geruch von der Kanalisation in das Apartment hineinströmte. Es gelang mir mit etwas Gewürge den Siphon so zu montieren, dass er dicht wurde. Befreit!!! Doch dieses Erlebnis zeigte uns wiederum, dass wenn man auf günstige Angebote angewiesen ist, immer wieder mit Angeboten konfrontiert ist, bei denen entweder unangenehme Düfte, irritierende Geräusche, Lärm, schmuddelige Betten oder unbequeme, durchgelegene Mattratzen das Wohlbefinden beeinträchtigen. Schwieriger wird es dazu, wenn es nicht möglich ist, diese Beeinträchtigungen selber zu beheben und so diesen dauernd ausgeliefert ist. Dies ist wohl einer der stärksten Aspekte die das Gefühl der Armut beinhaltet. Wir beschlossen unser Budget etwas zu strapazieren und einen Aufenthalt im Haman zu buchen. Dies nicht nur um uns von den unangenehmen Düften zu befreien, sondern auch um uns von den langen Spaziergängen durch Granada zu erholen. Wir sahen diverse Kirchen und die Kathedrale, streiften durch die unterschiedlichen Quartiere und stellten fest, dass uns Granada gefällt. Besonders angetan hat uns eine Villa im Viktorianischen Still. Trotz deren Baufälligkeit, meinte ein Nachbar, der zufälligerweise gerade vorbeikam, dass diese 1.5 Mio. Euro kosten würde und für die Renovation wohl nochmals mit dem selben Betrag gerechnet werden müsste. Sein Begleiter, ein Schweizer, erzählte dass er im Orchester von Granada spielt und dass am nächsten Tag im Musikkonservatorium ein Konzertabend stattfinden würde.

Ein Abend mit klassischer Musik wäre sicher eine gute Abwechslung. Auf dem weiteren Spaziergang kam uns der Gedanke, dass es für die Stadt sicher einen Gewinn wäre, wenn wir in der Villa einen Ort für Kammermusik erbauen könnten, wo Musiker oder auch andere Kultur interessierte Reisende mit kleinem Budget ihren Aufenthalt in Granada verbringen könnten. Aber naja das Geld. Unterwegs, beim Einkauf in einer Papeterie, empfahl uns ein junger Verkäufer einen Club in dem am gleichen Abend, wie wir bereits den Haman gebucht haben, eine Flamenco Jam-Session und am folgenden Abend, an dem das klassische Konzert wäre, ein Konzert mit Flamenco Jazz stattfinden würde. Der Club befand sich nur gerade 100m von unserem Appartement entfernt. Wir entschlossen uns den Haman zu besuchen, auch wenn erst um 10 Uhr abends ein Eintritt zu haben war, und anschliessend noch in den Club zu gehen. Der Besuch im Haman war wunderschön und wir freuten uns, als wir sahen das zwar das Konzert schon vorbei war aber der Club noch offen hatte und wir ein gutes Bier trinken konnten. Die Atmosphäre war sehr gut, es wurde getanzt und das Publikum war angenehm gemischt, so wie es in einem alternativen Lokal in Zürich an einem guten Abend sein kann. Da die junge Punkerin an der Theke meinte, dass Konzert am nächsten Abend sei sehr gut, entschlossen wir uns für dieses, anstelle des klassischen Abends im Konservatorium. Nach einem guten Nachtessen, gedämpfte Artischocken und ein zartes Stück Fleisch, trafen wir im Club ein. Leider war das Konzert schon voll im Gange. Die Musik, Flamenco Fusion mit Elementen von Jazz und Rock, gefiel uns. Beeindruckend war besonders die Kraft der Stimme des Sängers und der Ausdruck und Mimik der Tänzerin. Da diese nicht in dem üblichen Rock sondern in Jeans auftrat, verlor der Auftritt auch den Geschmack einer touristischen Darbietung und wurde sehr authentisch. Es freute mich, dass, nachdem der traditionelle Flamenco zur touristischen Folklore verkommen ist, diese Musiker*innen einen neuen, authentischen Zugang zum Flamenco gefunden haben. Nach dem Konzert veränderte sich die Szenerie jedoch stark. Grosse, stolze Männer nahmen den Platz vor der Bühne ein, drückten ihr Rückgrat durch und deuteten ein Klatschen im traditionellen Flamenco Stil an. Ein alter Punk zeigte jedoch, dass er sehr wohl die Kunst des Klatschens und der Schritte des Flamencos beherrschte. Durch die Spannung im Raum angefeuert entstand im Barraum eine Art Battle von jungen und alten Sängern. Agua, Agua und nochmals Agua. Insgesamt schien das Ganze ein wenig wie der Protest der Traditionellen gegen die moderne Form des Flamenco. Umwerfend, dass wir so etwas erleben konnten. An Tanzen war aber nicht zu denken. Tanzen wollten wir aber. So verliessen wir den Club als die Stimmen ermüdeten und fanden zwei Strassen weiter einen Ort wo wir Tanzen konnten. In Zürich wären wir vermutlich nicht in so einen Ort aber hier ….., wir genossen es einfach zu Tanzen und zu Tanzen bis Nachts um ca. 4 Uhr.

Cordoba

Am nächsten Tag, den 12.02.2022 fuhren wir auf Landstrassen weiter nach Cordoba. Glücklicherweise funktionierte jetzt die App beim Verlassen der Parkgarage und wir sparten viel Geld. An die Strecke durch die Hügel erinnere ich mich kaum. Die Nacht davor machte sich bemerkbar und wir waren froh, in Cordoba ein schönes Apartment mit Balkon und mit einem sehr bequemen Bett vorzufinden. Cordoba wirkte nach Granada sehr aufgeräumt, ja schon fast ein wenig spiessig. Wir fanden uns ganz in der Rolle von Touristen, besichtigten die Sehenswürdigkeiten und genossen das Essen. Zum Vergleich besuchten wir eine kleine Flamencoshow und mussten feststellen, auch wenn die noch sehr junge Tänzerin viel Talent zeigte, der Sänger eine starke Stimme besitzt und der Gitarrist wirklich virtuos spielte, dass die Energie nicht die gleiche wie in Granada war.

Das Touristische High-Light, die Mezquita darf natürlich ausgelassen werden.

Zu erwähnen ist aber das Centro Andaluz de Arte Contemporaneo. Hier sahen wir neben den beeindruckenden Exponaten der Künstlergruppe Equipo 57 auch ein Werk von Etel Adnan aus dem Jahre 1960, dass auf unglaubliche Weise den frühen Bilder meines ersten Vaters, Franz y Canameras gleicht. Da kommt mir in den Sinn, und ich mach nun einen kleinen Ausflug in die Familiengeschichte, dass Dodo während unseres Aufenthaltes in Rodalquilar die Biografie von Rosa Luxemburg las. Darin entdeckte sie, dass mein Ur-Ur-Grossvater die Doktorarbeit von ihr lobend abnahm. Es stiegen nun Erinnerungen der Familiengeschichte auf. Zum Beispiel, dass der Urgrossvater Mileva Maric unterstützte. Randnotize der Weltgeschichte, vielleicht. Manchmal ist es erbauend, an dieses zu denken, aber nicht immer und erstaunlich ist vor allem, was ein kleines Bild irgendwo in einem Museum auslösen kann.

Càceres

Nach dem erholsamen und eher ruhigen Aufenthalt in Cordoba fuhren wir am 16.02.2022 nach Caceres. Eine kleine mittelalterliche Stadt, berühmt auch für ihre gute Küche. Die Fahrt dorthin durch Hügel war abwechslungsreich und irgendwo im Nirgendwo assen wir ein einfaches aber gutes Menü mit Bohnen und Chorizo in Sauce, danach ein Stück Fleisch und Calamares, gefolgt von Dessert und Kaffee (20 Euro insgesamt). In Caceres war das Essen nicht mehr so günstig, dafür sehr raffiniert. Auf einer Terrasse unter Arkaden assen wir im Restaurant beim Hotel Albarragena hervorragend. Wir Teilten uns eine Vor- und eine Hauptspeise.  Zur Vorspeise gab es gedämpfte Artischocken und zur Hauptspeise eine Keule mit Kartoffelstock der mit Trüffel aromatisiert war, ein Kaffee rundete das ganze ab (40 Euro). Für die übrigen Essen suchten wir wieder eher einfachere Restaurants. Wir stellten fest, dass Caceres eher für Wochenendurlauber oder Carfahrten ausgelegt ist, konnten aber dennoch den mittelalterlichen Charme der Stadt geniessen. Da das Bett im Hotelzimmer jedoch nicht so toll war, dafür die Sicht auf den Hauptplatz um so besser, freuten wir uns am 2ten Abend den Haman zu besuchen. Wir hatten den ganzen, nur mit Kerzen beleuchteten Haman für uns und genossen das heisse Bad, die etwas spezielle arabische Musik und natürlich die erholsame Massage.

Los Portales bei Castillblanco de los Arroyos

Am Freitag den 18.02.2022 fuhren wir wieder zurück nach Andalusien um die Gemeinschaft Los Portales zu besuchen. Diese führen einmal im Monat einen Besuchstag durch und wir konnten für diesen 2 Nächte bei der Gemeinschaft bleiben. Wir waren etwas aufgeregt und auch neugierig, was uns erwarten wird. Zuerst mussten wir jedoch auf Schotterpisten ca. 30min durch die Hügel fahren. Schon da merkten wir, dass uns die Landschaft sehr gefällt. Schade ist nur, dass die Grundstücke immer mit Zäunen abgegrenzt sind. Nach dem wir ca. 5 Tore passiert hatten, fanden wir dann das Grundstück. Wir wurden herzlich empfangen und es wurde uns das Wichtigste gezeigt. Der schöne grosse Innenhof von Los Portales wird von Arkaden mit Wohn-, Ess- und Kursräumen sowie einer imposanten Mauer mit einem riesigen Tor umgeben. Der ca. 200-300m2 grosse Innenhof mit Brunnen und Pflanzen lässt sich zudem im Sommer mit einem Segeltuch überschatten. Wunderschön. Vor dem Gebäude gibt es einen Teich, wo sich unter einem Baum der Raucherplatz befindet. Die ersten Gespräche ergaben sich auch dort mit einem Paar mit einem kleinen Kind, dass in Galizien wohnt und nun hier Süden von Spanien eine Gemeinschaft zum Leben sucht. Sie sind wie wir für 2 Tage auf Besuch. Beim Nachtessen lernten wir den federführenden Erbauer des grössten Teils der Gebäude kennen, der bereits über 30 Jahre in der Gemeinschaft lebt, sowie zwei junge Frauen die in Las Portales ein Volontariat durchführen. Dazu kommt eine Gruppe von Kursteilnehmern die eine gute Stimmung verbreitete. Die Mitglieder von Las Portales empfanden wir an diesem Abend eher zurückhaltend. Am nächsten Tag gab es während der Führung einen guten Einblick in die Tätigkeiten der Gemeinschaft und einzelne kurze Gespräche. Beim folgenden Mittagessen lernten wir eine Kursteilnehmerin aus Deutschland kennen, die aber schon seit mehr als 30 Jahren in Spanien lebt und aktuell in El Calabacino lebt. Ein Dorf mit einer, aber eher losen Gemeinschaft. Dort gibt es jeweils am Mittwoch ein Treffen bei Kaffee und Kuchen und am Freitagabend Pizza. Wir versprachen am Mittwoch zu kommen. Am Nachmittag nach der Führung machten wir einen kleinen Spaziergang und genossen die hügelige und relativ grüne Landschaft, die mit ihren einzelnen Felspartien zum Verweilen einlud. Nach dem Nachtessen wurden wir eingeladen, an zwei Produktion des Kurses teilzunehmen. Soweit wir verstanden haben, ging es in beiden Produktionen darum mit der Ressourcen der Gruppen die Themen, Überwinden von inneren Barrieren und das Loslassen von Belastungen, zu bearbeiten. Dies haben beide Gruppen wunderbar in Form von Ritualen umgesetzt. Es war sehr schön daran teilzunehmen. Hier einen riesengrossen Dank. Dank diesem Erlebnis festigt sich bei uns der Wunsch, in Gei unsere Idee einer «Stimmerei» mit Kursen zu unterschiedlichsten Themen umzusetzen.

Puerto Moral

Am nächsten Tag entschlossen wir uns, weiter Richtung Aracena zu fahren und endlich unabhängig von Campingplätzen in unserem Büssli zu übernachten. Wir fanden einen schönen Ort bei einem Stausee und verbrachten eine angenehme Nacht. Eine etwas seltsame Athmosphäre ergab sich jedoch, da der Stausee kaum mehr Wasser hatte und die Ufer sehr kahl waren. Wir erinnerten uns an die spanischen Nachrichten, wo der fehlende Regen und die Wasserknappheit täglich thematisiert wurden.

Aracena

Nach dieser Übernachtung fuhren wir nach Aracena und nahmen uns ein Hotelzimmer, um uns ganz der Körperpflege zu widmen. Natürlich besuchten wir auch die dortige Höhle. Wir hatten nicht viel erwartet, aber das was wir dort sahen war überwältigend. Ich kann mich nicht erinnern, so eine imposante Tropfsteinhöhle gesehen zu haben. Leider durften keine Fotos gemacht werden. Es blieb uns noch eine Nacht, bevor wir nach El Calabacino wollten. Bei der Informationsstelle des  Naturparkes erkundigten wir uns, wo wir mit dem Bus am besten übernachten sollten. Wir bekamen 2-3 Tipps, die auch gerade eine Rundfahrt auf kleinen Strassen durch den Naturpark ergaben.

Cumbres de San Bartolomé

So fuhren wir durch den Naturpark der Sierra de Aracena, assen in Cortelazor, einem hübschen kleinen Ort mit einem Storch auf dem Kirchturm etwas Kleines zu Mittag. In der Nähe von Cumbres de San Bartolomé fanden wir bei einem Mirador mit Aussicht in die Weite des Landes ein hübsches Plätzchen. Gegen Abend fingen jedoch die nahen Hunde stark zu Bellen an, wir waren etwas verunsichert. Ein Paar, dass zwei Pferde ausführte meinte aber, es sei kein Problem, wenn wir hier übernachten würden. So liessen wir die Hunde bellen und genossen den wunderschönen Platz mitten in der Natur. Hier merkten wir auch, wieviel Kraft und Zufriedenheit uns der Aufenthalt in Los Portales gegeben hat. Auch hier ein grosses Danke an diese Gemeinschaft.

El Calabacino bei Alajar

In El Calabacino, dass nur zu Fuss erreichbar ist, trafen wir unsere Bekannte und führten ein schönes Gespräch über das Erlebte in Los Portales, danach gingen wir zu Kaffee und Kuchen auf den Dorfplatz. Dort lernten wir einen Genfer Professor (Philosophie) mit seiner Frau und ihren Kinder, der in der Nähe ein Sabbatical durchführten (eigentlich wollten sie nach Indien wie wir!) eine Professorin (Philosophie) aus Paris, die die Familie gerade besuchte und eine englische Professorin (Ernährungswissenschaft) die selber in El Calabacino wohnte, kennen. Von den Genfern erhielten wir eine Adresse eines Paares aus der Deutschschweiz, die nach Portugal ausgewandert ist und einen Permakultur-Garten aufbaut. Besonders schön war, dass der Initiant des wöchentlichen Treffen bei Kaffee und Kuchen oder Pizza, sich trotz den vielen Besucher Zeit nahm, um sich mit uns zu unterhalten. Da er ursprünglich aus Deutschland kommt, konnten wir die langen und spannenden Gespräche ohne Sprachbarrieren führen. Von hier nehmen wir mit, dass es schön wäre, wenn es bei uns am Berg auch eine wöchentliche Aktion gäbe, wo sich alle treffen könnten. Als es einzudunkeln begann, gingen wir den Weg hinunter um einen Standplatz für die Nacht zu finden. Auf dem Parkplatz im Ort wollten wir nicht übernachten. Nach dem Tipp des Deutschen fuhren wir auf einer kleinen Strasse in ein Tal, eine Fussgängerin meinte jedoch, dass es hier schwierig sei zu Übernachten und wir besser weiter bis zur Ermita de San Bartolomé fahren würden. Ausser dass das Terrain nirgends ganz grad war, sah es gut aus, dennoch fühlte es sich so im Dunkeln etwas unheimlich an. Vielleicht weil wir die Umgebung nicht sehen konnten. Wir entschlossen uns auf einen Platz an der Strasse nahe bei Santa Ana la Real zu gehen, den wir bereits bei Tag besichtigten. In der Nähe gab es auch ein gutes Nachtessen, die Nacht war ruhig und am Morgen konnten wir in Santa Ana Real ein einfaches Frühstück geniessen. Bei dem anschliessenden Rundgang durch das Dorf, sahen wir überraschend alte Brennöfen um Kalk herzustellen. Einer scheint auch noch, resp. wieder genutzt zu werden. Das freute mich, den ich wollte schon lange die alten Brennöfen im Engadin besichtigen.

Mértola

Wir fuhren am 24.02.2022 weiter nach Portugal. Eine Grenzkontrolle gab es nicht und somit musste ich auch keinen Covid-Test machen. In Portugal besuchten wir auf Anraten eines Freundes, der uns sein Ferienhaus in Luz da Tavira zur Verfügung stellt, zuerst die Minen in S. Domingos. Im Krater der Mienen schimmerte ein See rötlich, von einem Bad in der wohl eher toxische Mischung (Schwefel o.ä.) wurde abgeraten.

Im nahen Restaurant der Mine konnten wir Migas mit Spargeln geniessen. Die örtliche Spezialität, hergestellt mit Brot, ähnlich wie Knödel nur luftiger und grösser. Abends erreichten wir Mértola am Rio Guadiana. Ein hübscher kleiner Ort mit Fluss, Burg und Kirche wo wir auch ein sehr gutes Nachtessen erhielten. Wir hatten den Eindruck, dass die portugiesische Küche abwechslungsreicher und leichter als die spanische Küche ist und sind auf weiter kulinarische Erlebnisse gespannt. Beim Übertritt der Grenze nach Portugal stellten wir aber auch fest, dass die Strassen schmaler und weniger gut unterhalten sind. Zeitweise weisen sie viele Unebenheiten und dürftig geflickte Schlaglöcher auf. Auch die Häuser scheinen oft weniger gut unterhalten zu sein, abends führt dies zeitweise zu einem etwas heruntergekommenen, gar fast unheimlichen Eindruck.

Luz de Tavira

Beim Ferienhaus bei Luz da Tavira wurden wir von Freunden des Freundes die uns den Schlüssel übergaben, herzlich empfangen. Da sie in Olhao leben, dort am nächsten Tag ein grosser Markt ist, und wir neugierig geworden sind, vereinbarten wir ein Treffen in Olhao zu einem Mittagessen. Das Essen war toll und es wurden uns Riesenportionen serviert. Auf dem Markt hatten wir den Eindruck, dass in der Gegend sehr viele pensionierte Menschen aus Nordeuropa leben. Diese wirkten zum Teil etwas kränklich und verlebt. Auch bei den Portugies*innen hatten wir den Eindruck, dass sie gegenüber den Spanier*innen weniger wert auf das äussere Erscheinungsbild legten und sich bei allem noch eine Spur mehr Zeit lassen. Vielleicht entstand der Eindruck aber auch, da der Himmel wolkenverhangen war und es zeitweise regnete.
Das Ferienhaus bei Luz da Tavira ist wunderbar in einer leichten Senke mit Mandarinen- Orangen- und Zitronenbäumen eingebettet, die Einrichtung schlicht aber mit Liebe zum Detail gehalten. Nur schon die Armaturen des Bades aus den 1920er Jahren begeistern. Wir konnten auch unserem Drang nach Aktivität mit Konfitüre machen (Dodo) und Wiesen mähen ausleben. Vielen Dank, dass wir in diesem kleinen Paradies sein können. Auch Velos hat es da, die wir für Ausflüge zu dem nahen Strand oder nach Tavira nutzen konnten.

Praia do Bariril

Der weite, mit feinem hellen Sand ausgestatte, dünenartigen Strand ist wunderbar und ich stellte fest, dass mir der Atlantik viel mehr zusagt als das Mittelmeer. Seltsam war jedoch, dass der Strand beim hindurchgehen quietschte, als ob er aus Sagex oder Plastikgranulat bestünde. Ich musste an eine Sendung denken, bei der mitgeteilt wurde, dass nun selbst im Schnee Mikroplastik nachweisbar ist und fragte mich, wie unsere Zukunft aussehen wird, wenn immer mehr Nahrungsmittel Mikroplastik enthalten. Werden wir den in unseren Körper aufnehmen und werden wir in der weiten Zukunft selbst zu einem grossen Teil aus Mikroplastik bestehen? Was passiert dann mit unserem Organismus und wie verhält es sich mit Abnutzungserscheinungen bei unserem Köper? Wie hoch kann der Kunststoffanteil im Körper sein und ist ein Herz oder sind Knochen mit Plastik versetzt anfälliger auf Defekte oder vielleicht auch stabiler? Nun, ich bin gespannt auf die Antworten der Forschung. Am Strand hatte es jedoch nicht nur quietschenden Sand, sondern auch viele wunderschöne Muscheln. Noch nie haben Dodo und ich so viele und unterschiedliche Muscheln gesehen und wir mussten uns sehr beherrschen, nicht den ganzen Rucksack damit zu füllen.

Tavira empfing uns mit Strassensperren. Wir dachten zuerst an Baustellen, doch es handelte sich um die Absperrungen für ein Velorennen, das meist auf dem schliefrigen, weissen Kopfsteinpflaster durch die Altstadt, über Brücken und Treppen führte, das am Wochenende durchgeführt wurde. Am Abend sahen wir dann die ersten Teams, die ihre Proberunden drehten. Ich war froh, nicht die halsbrecherischen Rennen zu sehen, wo es sicherlich schwere Unfälle geben wird. Tavira selber machte einen sehr hübschen Eindruck. Der Fluss mit der schönen alten Brücke ein Hingucker. Die Häuser und Strassen mit ihrem schwarzen und weissen Kopfsteinpflaster sind meist gepflegt, die Läden hübsch dekoriert und die Restaurants laden zum Verweilen ein. Auch die Menschen wirkten etwas jünger und herausgeputzter. Tavira wird wohl zum Saint-Tropez der Algarve. Faro, auch hübsch aber nicht ganz so «verhätschelt» wird es wohl dank der Anflugschneise des Flughafens nicht. Was uns bei der Durchsicht der zum Kauf angebotenen Häuser in der Umgebung von Tavira bis Faro und im unmittelbaren Hinterland auffiel ist, dass oft für einfache und noch einer Renovation harrender Häuser mit kleinem Grundstück schon einen relativen hoher Preis verlangt wird. Auch hier machten wir Fahrten in das Hinterland, das uns sehr gefällt.


Jetzt hatten wir auch Zeit, uns Gedanken über den weiteren Verlauf unserer Reise zu machen. Nach dem Erlebnis in Los Portales würden wir gerne noch weitere Gemeinschaften kennenlernen. Die Suche verlief jedoch harzig. Es zeigte sich, dass es die einen nicht mehr gibt, oder dass sie aktuell keine Besucher*Innen empfangen können. Dank einer Freundin in der Schweiz haben wir dann bei der Gemeinschaft Cento e Oito doch noch einen Ort gefunden, den wir ab dem 4. April für eine Woche besuchen können. Dazu kommt einen kürzerer Besuch bei La Belle Verte, wo aber die Situation etwas unklar ist. In den zwei Wochen in dem kleinen Paradies musste ich wahrnehmen, dass die Ruhe im kleinen Paradies seine Schattenseite hat, so wurde ich unverhofft von schwierigen Gefühlen und Emotionen überrumpelt, die ich eigentlich grösstenteils verarbeitet geglaubt zu haben. Einfach wäre es, diese den äusseren Umständen zu zuschreiben. Sei es dem unglaublichen, ohnmächtig machenden und angstschürenden Krieg in der Ukraine, oder einfach dem oft kühlen und manchmal nasse Wetter, oder der Konfrontation mit der vermeintlichen Armut oder Resigniertheit in Portugal (vor der Pandemie hätten wir dies wohl eher als Gelassenheit und Genügsamkeit wahrgenommen). Ich denke, dass dies Auslöser sein könnten, aber dass es eher mit den schönen Erlebnissen in Spanien zu tun hat, durch die sich meine Schleusen öffneten und ich nun halt auch für meine schwierigen Gefühlen wieder empfänglicher und deshalb durch diese überrumpelt wurde. Der Vorteil ist, dass ich sie nun gut erkennen und hoffentlich auch bewusst verarbeiten kann.
Nun bin ich gespannt auf die nächste Etappe der Reise, die uns bis zu dem Besuch von Cento e Oito über Alvito und Evora nach Lissabon führen wird.

3. Teil, Alentjo, Lisabon mit Umgebung

Heute ist der 2. November 2023 und ich sitze in Georgien in einem schön gelegenen Guesthouse am Rande des Kaukasus und geniesse die herbstliche Sonne. Hier heult der Schakal zu dem Gesang des Imam. Natur und Mensch, einfach wunderschön.
In dieser von Achtsamkeit und Gegenseitigkeit geprägten Atmosphäre habe ich endlich Zeit und Musse gefunden, an diesem Reisebericht weiter zu schreiben. Natürlich mag ich mich nicht mehr an die Details erinnern, aber die von Dodo schon eingefügten Fotos helfen mir und ich kann mich auf die Eindrücke konzentrieren, an die ich mich noch gut Erinnern kann.

Alvito 16./17. März

Die Strecke nach Alvito bewältigten wir hauptsächlich auf der IC1. Eine wunderschöne Strasse die sich durch die Hügel von der Algarve in das Alentjo windet. Es war ein befreiendes Gefühl die Algarve, wo oft Eukalyptus Wälder das Landschaftsbild im Hinterland prägten, in das Alentejo zu gelangen, wo die wunderschöne Korkeiche doch noch sehr oft anzutreffen ist. Schade, dass der schnellwachsende, Wasserintensive und für die Papierproduktion genutzte Eukalyptus so dominierend Angepflanzt wird und vieles dadurch zerstört wird. Auf Empfehlung unseres Freundes Quartierten wir uns in dem hübschen und noch zahlbaren Pousada da Castelo del Alvito ein. Damit wir die dortige, leider geschlossene Igreja de Nossa Senhora da Assuncao denoch besuchen konnten, wandten wir uns an die Touristeninformation. Die Dame dort kam mit dem Schlüssel und machte gleich eine kliene Führung. Dabei erfuhren wir, dass es bei den mit Azulejo (farbige Keramikfliesen) geschmückten Kirchen immer einen Stelle geben muss, die nicht Stimmt. Dies sei ein Hinweis, dass der Mensch nicht vollkommen ist. Etwas erstaunt hatte uns, dass an vielen orten in der Kirche, selbst an dem in die Mauer eingelassenen Schrank für die Aufbewahrung des Abendmahlkelches, noch das Kreuz der Tempelritter anzutreffen war, wurden diese doch vom Papst geächtet und verfolgt.

Evora 17. bis 21. März

Wir fuhren weiter in die wunderschöne, mittelalterliche Stadt Evora von wo wir auch Ausflüge in grössere kleinere Orte in der Umgebung machten. Wir staunten wie gut erhalten all diese mittelalterliche Orte mit ihren Burgen, Kirchen und sie umgebenden Mauern sind. Teilweise fühlten wir uns in eine andere Zeit versetzt und überall in den Kirchen war das Kreuz der Tempelritter anzutreffen, was dem ganzen noch etwas mehr Mystik verlieh. Dieser wurde noch verstärkt durch die vielen uralten Menhire die verstreut auf dem Land zwischen den Korkeichen zu entdecken waren.

Ausflug um Evora

Lissabon 21. bis 25. März

Nach dem ländlichen Alentejo haten wir das Bedürfnis, wieder in das Leben einer pulsierende Stadt einzutauchen. Mit seinen Gassen, Restaurants, Bars aber auch Sehenswürdigkeit bot uns Lissabon dies in hülle und fülle. Das quirlige Leben tat uns gut, oft kamen wir in Gespräche mit anderen Reisenden und bei einem Nachtessen bekamen wir von junge Französinnen den Tipp, Sintra zu besuchen. Lissabon hat jedoch auch seine Schattenseiten. So konnten wir von unserem Hotelzimmer direkt auf eine Baubrache blicken, die von Obdachlosen mit einfachen Plastik bauten besiedelt wurde. Ein kleiner Slum.

Sintra 25. bis 28. März

Über Booking hatten wir ein Zimmer in einer Villa aus den 80er gebucht. Sie wahr mit guten Materialien herrschaftlich eingerichtet, doch lag sie nicht im alten Teil und es wurden Renovationsarbeiten durchgeführt. Daher nicht ganz perfekt. Schnell machten wir uns mit dem Auto auf die Suche nach dem alten Zentrum. Dies war nicht ganz einfach bei al den Hügeln und Einbahnstrassen. Am Schluss standen wir vor der Mauer einer alten Villa, in der offenbar okkulte Gegenstände verkauft würden. Der Eingang war jedoch verschlossen und auch hier wurden Bauarbeiten durchgeführt. Bei der Besichtigung der Villen, Schlösser und Gärten, die meist aus dem Ende des 19.Jh. stammten, stellten wir fest, dass an vielen Orten okkult oder esoterisch geprägte Vorstellungen in Bau oder Gestaltung der Gärten und Villen einfloss. Sintra musste Ende des 19.Jh. stark unter dem Einfluss dieser Strömungen gestanden haben, oder waren es nachkommen der Tempelritter, die ihr altes Wissen umzusetzen versuchten? Die Gegend hat auf jeden fall etwas verwirrendes, denn bereits am ersten Abend stellte ich fest, dass die Sonne nicht dort Unterging, wo mein innerer Kompass sie eigentlich untergehen liesse. Es passiert mir nur selten, dass ich mich nicht auf meinen Kompass verlassen kann und wenn dann sind es Sekunden, bis sich meine Orientierung wieder auf das Gefühl für Norden und Süden einstellt. Hier in Sintra benötigte ich 2 Tage! Ein seltsames Erlebnis.

Coimbra 28./29. März

Coimbra, die Stadt der Studenten, empfanden wir als angenehme kleine, am und auf den Hügel gebaute Stadt, in der es neben der sehenswerten Kathedrale (Sé Velha de Coimbra) und der Universität, an vielen Ecken etwas zu entdecken gibt.

Luso 29. bis 31. März

Luso selbst, der Kurort mit seiner Mineralquelle ist nichts besonderes, wird hatten jedoch das Glück in einer alten schlossähnlichen Villa zu übernachten mir altem Mobliar und einem alten Klavier, auf dem ich wieder einmal meine Melodien erklingen lassen konnte. Das Frühstück war jedoch auch nicht mehr so frisch und etwas entäuschend. Dafür waren die Spaziergänge durch der Park von Bussaco um so eindrücklich. Neben verschlungenen Wege durch einen verwilderten Wald fanden wir Teiche und eine vermooste Treppe zu einer Quelle. Weiter oben führte ein Kreuzweg, der den Gegebenheiten des Kreuzweges in Israel nachgebaut wurde und an einer Einsiedelei verbeiführte, zu dem Kreuz auf den Gipfel des Hügels. In mitten des Parkes lag das frühere Kloster und ein prunkvolles Schloss, das erst Ende des 19.Jh. fertiggestellt wurde und heute als nobles Hotel genutzt wird. Unglaublich, was das Königshaus im 19.Jh. alles für Prunkbauten erstellte.

Castelo de Vide 31. März/1. April

Die Fahrt durch die Hügel und und Täler nach Castelo de Vide war wunderschön und die Landschaft rund um den Ort währe verlockend um ein kleines Reduit zu erstehen.

Redondo 1. bis 3. April

Schon seit längerer Zeit wollten wir ein Grundstück in der Nähe von Redondo besichtigen, das zum Kauf ausgeschrieben war. Nach längeren Irrfahrten auf Schotterpisten fanden wir schlussendlich das Grundstück in einer Talsenke an einem kleinen Fluss. Ganz zum Grundstück konnten wir jedoch nicht fahren, da die Schotterpiste bei einer alten schmalen, vermutlich noch aus der Römerzeit stammenden Steinbrücke (Ponte dos Ouros) endete. Eigentlich wollte ich das Auto für die Nacht gerade an der Brücke auf dem Weg parkieren, da es da ein schönes flaches Stück hatte, doch irgendwie war es mir dabei nicht wohl und wir fanden eine Stelle neben dem Weg. Beim besichtigen des Gebäudes fanden wir heraus, dass es sich um ein sehr altes Gebäude handeln muss. Die teils noch bestehenden sehr alten Mauern eines Kanals der zum Haus und unter dem Haus durch führte, wiesen darauf hin, dass das Gebäude früher als Mühle genutzt wurde. Eine Restauration wäre daher sehr spannend aber auch mit hohen kosten verbunden gewesen. Auch zeigte das Land zwischen der Mühle und dem Fluss spuren von Überschwemmungen und wäre daher als Campingplatz oder Garten nicht nutzbar. In der Nähe, etwas oberhalb des Flusses entdeckten wir zudem Ruinen einer Einsiedelei und einen Felsen mit einer kleinen Plattform. Als wir uns dahinsetzten um die Umgebung zu geniessen, empfanden wir ein lang vermisstes Gefühl von Ruhe und Frieden in uns. Es ermöglichte uns in eine Metakommunikation einzutauchen und unsere teilweise vorhandenen Spannungen in der Beziehung in frieden und einem Gefühl der Zuneigung zu besprechen. Das tat gut! Ein ganz besonderes Erlebnis für mich hatte ich jedoch in der ersten Nacht. Es war kalt und ich musste dringend auf die Toilette. So schälte ich mich aus dem Schlafsack und Kroch aus dem Auto. Als ich mich dann erleichterte hatte ich auf einmal das Gefühl hinter mir auf dem Weg über die Brücke etwas wahrzunehmen. Ich hatte das Bild von einem Zug von verlotterten ärmlichen Gestallten, die aus einem erfolgslosen Kreuzzug oder ähnlichem zurückkehrten, vergleichbar mit den Figuren die Jaques Callot für seine Grafiken zeichnete, als ob sie auf dem alten Weg zu der nahen Einsiedelei unterwegs seien, um dort Trost zu suchen. Noch heute, wenn ich an einem speziellen Ort bin, erinnere ich mich Zeitweise an dieses, vielleicht etwas schwermütige aber auch in seiner Gesamtheit für mich schöne Bild. Mit diesen beiden Erlebnissen, der schönen Landschaft rundherum, war für der Aufenthalt in dem Tal eines der schönsten und eindrücklichsten Erlebnisse auf unserer Reise und ich hoffe, wieder einmal an den Ort zurückkehren zu können.

Beja 3./4. April

Unter all den kleinen hübschen Städte des Alentejo rangiert Beja nicht gerade als Touristisches Highlight. Uns hat jedoch die einfachheit der Stadt sehr gut gefallen. Auch gab es gute Restaurants und vor allem gab uns der Zwischenhalt etwas Zeit, um uns auf den nächsten Aufenthalt vorzubereiten. Denn nach vielen Mails hatten bei der Gemeinschaft Cente e Oite einen Zweiwöchigen Besuch vereinbart. Wir waren etwas aufgeregt und waren gespannt, was uns erwarten wird.

Colos 4. bis 17. April

In der Gemeinschaft Cente e Oite verbrachten wir zwei sehr schöne und intensive Wochen mit Hochs und Tiefs. Etwas schade ist, dass wir versprochen haben, nicht über den Aufenthalt zu berichten. Auf jeden Fall nochmals Tausend Dank für all diese schönen und tiefen Erlebnisse die wir dort erleben durften.

Praia de Alberta Nova 17./18. April

Dank einem Tipp eines anderen Gastes in der Gemeinschaft, haben wir diesen wunderschönen Platz am Meer gefunden. Weiter Sandstrand, schöner Sonnenuntergang und guter Standplatz, einfach perfekt. Danke. Hier entschlossen wir uns die Rückreise in die Schweiz zu beginnen, damit wir am 1. Mai wieder in Zürich sind. Da die Wetterverhältnisse für eine Route eher am Mittelmeer entlang sprachen, verwarfen wir den ursprünglichen plan, der Atlantikküste entlang zurück zu fahren.

Beja 18./19. April

Da uns das Alentejo und und das Gebiet Alpujurra in Andalusien so gut gefallen hat, entschlossen wir uns wieder über Beja nach Sevilla zu fahren. Dazu ist es angenehm manchmal an einen Ort zu kommen den man schon kennt.

Sevilla 19. bis 22. April

Über die quirlige, vielfältige und lebendige Stadt wurde schon so viel berichtet, dass mir hier nicht nötig erscheint, noch mehr über unsere Erlebnisse bei den stundenlangen Spaziergängen durch dies Strassen und Gassen zu berichten.

Guadix 22. April

Von Sevilla führen wir direkt nach Guadix und liessen Granada links liegen. Ausser an die Besichtigung eines Höllenhauses und das es schwierig war ein Hotel zu finden, kann ich mich jedoch kaum mehr an den Aufenthalt erinnern. Die Besichtigung des als Museum erhaltenen Höllenhauses war jedoch sehr eindrücklich, besonders zu sehen wie die Menschen damals zusammen mit den Tieren in solchen Häusern gelebt haben. Zudem konnte ich mir den Gedanken nicht verwehren, dass die bei uns in den 80er/90er Jahren als die neue Erfindung einer ökologischen Lebensweise gehypte Erdhäuser nur ein kläglicher Abklatsch dieser wunderbaren Höllenhäuser in Guadix waren. Die Bewegung konnte sich meines Wissens in der Schweiz auch nicht durchsetzen.

Almeria 22./23. April

Und wieder mussten wir feststellen, dass Almeria uns sehr gut gefällt. Schön wäre es schon hier etwas auf die Beine zu stellen, doch müssten wir davor noch mehr Zeit in dieser Stadt verbringen um auch einen vertieften Eindruck über das kulturelle Leben zu erhalten. So verzichteten wir auf die weitere Suche nach einem schönen Gebäude. Etwas traurig machte es uns aber dennoch, dass das schöne und bezahlbare Haus im Herzen der „Medina“ nun verkauft wurde.

Aguilas 23./24. April

Da unsere bekannten so von Aguilas geschwärmt hatten, wollten wir auch einen Stopp an diesem Strand machen. Er war hübsch, aber auch etwas verlebt, teilweise fast schon ein wenig „schmuddelig“, die Leute aber nett.

La Vall d’Uixò

Einen Abstecher nach Valencia schien uns zu aufwendig, auch hatten wir mehr das Bedürfnis auf dem Land oder in einem kleinen, überschaubaren Städtchen zu Übernachten. Da wir jedoch im Parc Naural de la Serra Calderon kein geeigneten Ort fanden, die Strecke war jedoch wunderschön zu fahren, fuhren wir weiter bis La Vall d’Uixò. Von da ging es weiter nach Begur.

Begur 24./25. April

Bei Begur wollten wir eigentlich einen Importeure und hersteler von kasachischen Jurten treffen. Es klappte aber nicht, wir hatten den Eindruck, dass er aktuell gar keine Jurten hat, die er uns zeigen könnten. Dafür übernachteten wir in einem sehr angenehmen, schon fast etwas noblen Hotel und genossen den letzten Tag am Meer.

Lyon 26. bis 29. April

Hübsche Strassen und Gassen durch die wir mit dem E-Trottinett sausten, nette Pärke und schöne Aussichten und angenehme alternative Restaurants mit leckerem Essen. Und vor allem einen tollen Flohmarkt am Rande der Stadt. Da gibt es alles was das „Flohmiherz“ begehrt noch zu anständigen Preisen. Lyon gefällt uns, auch merkten wir, dass hier die Atmosphäre schon eher wieder wie zu Hause ist. Wir genossen die Tage und es war eine gute „Akklimatisierung“ nach der langen Reise durch Spanien und Portugal an die Rückkehr nach Zürich.

Heimwärts 29. April

Ein letztes, leckeres Frühstück vor der Rückkehr. Nun galt es die letzten Kilometer hinter uns zu bringen und darauf zu achten, die Geschwindigkeitsgrenzen nicht zu überschreiten.

Zu Hause angekommen 1. Mai

Endlich zu Hause. Ein wunderschöner 1. Mai empfang uns und siehe da, pünktlich auf unsere Rückkehr wurde der FZC Schweitzer Meister. Riesen Freude!!!!!
Doch bei der ausgelassenen Feier mussten wir uns mit Covid angesteckt haben, und so lagen wir zuerst mit einem Kater und anschliessend mit hohem Fieber 2 Wochen darnieder. Auch ein spezielles Erlebnis.

1 Gedanke zu “Reise im Winter 21/22”

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